Saarländische Pflegegesellschaft e.V.

Dachverband für ambulante und stationäre Einrichtungen der Pflege


Zusätzliche Betreuungskräfte in Stationären Altenhilfeeinrichtungen

Anspruch aller pflegeversicherten Bewohner/innen Stationärer Altenhilfeeinrichtungen auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung gemäß § 87b SGB XI

Mit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes I (PSG I) zum 01. Januar 2015 wurde für alle pflegeversicherten Bewohner/innen Stationärer Altenhilfeeinrichtungen ein Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung gemäß § 87b SGB XI geschaffen. Zur Umsetzung dieser bundesgesetzlichen Neuregelung im Saarland hat die Saarländische Pflegegesellschaft mit den Landesverbänden der Pflegekassen eine Rahmenvereinbarung gemäß § 86 Abs. 3 SGB XI über die Vergütungszuschläge für zusätzliche Betreuung und Aktivierung gemäß § 87b SGB XI abgeschlossen und sich auf konkrete Verfahrensschritte zur Umsetzung verständigt.

 

Bereits durch die Reform der Pflegeversicherung im Jahr 2008 wurde erstmals ein Anspruch stationär versorgter Pflegebedürftiger auf zusätzliche Betreuungsleistungen geschaffen. Konkret handelt es sich bei diesen Leistungen nicht um pflegerische Tätigkeiten, sondern um Begleitung und Unterstützung der Heimbewohner im Alltag z.B. durch Vorlesen, gemeinsame Spaziergänge oder Spiele. Der Gesetzgeber hat im Jahr 2008 den Anspruch auf die zusätzlichen Betreuungs- und Aktivierungsleistungen zunächst jedoch nur auf Bewohner/innen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz begrenzt, also überwiegend auf Bewohner/innen mit Demenzerkrankung. Der Betreuungsschlüssel betrug zunächt 1 : 25 und wurde in der Folge auf 1 : 24 verbessert.

 

Mit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes I (PSG I) zum 01. Januar 2015 hat der Gesetzgeber den Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung gemäß § 87b SGB XI auf alle versicherten Heimbewohner unabhängig von einer möglichen eingeschränkten Alltagskompetenz und unabhängig von einer Pflegestufe erweitert; darüber hinaus wurde der Betreuungsschlüssel auf 1 : 20 verbessert.

 

Für die Stationären Altenhilfeeinrichtungen bedeutet dies im Durchschnitt eine Verdopplung der beschäftigten zusätzlichen Betreuungskräfte.

 

Saarlandweit hat die Neuregelung eine Steigerung der Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte um ca. 350 Vollzeitkräfte zur Folge.

 

Da vor dem Hintergrund der angespannten personellen Situation nicht alle saarländischen Einrichtungen in der Lage sind, die Mehrpersonalisierung bereits zum 01. Januar 2015 in vollem Umfang umzusetzen, hat sich die Saarländische Pflegegesellschaft mit den Landesverbänden der Pflegekassen auf eine Übergangsregelung verständigt; nach dieser Regelung wird den Einrichtungen eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2015 eingeräumt. Zum 01. Januar 2016 sind die neuen Betreuungsschlüssel von den Einrichtungen in vollem Umfang zu realisieren.

 

Die Betreuung und Aktivierung der Heimbewohner durch zusätzliche Kräfte bedeutet für die Pflegebedürftigen eine spürbare Verbesserung der Betreuungs- und Lebensqualität in den Einrichtungen. Da außerdem die zusätzlichen Kräfte durch die Pflegeversicherung finanziert werden, führt die Erhöhung der Zahl der beschäftigten Mitarbeiter/innen in diesem Bereich zu keinerlei finanziellen Mehrbelastungen für die Heimbewohner.


Copyright © 2017 Saarländische Pflegegesellschaft e.V. Alle Rechte vorbehalten. Impressum und rechtliche Hinweise