Saarländische Pflegegesellschaft e.V.

Dachverband für ambulante und stationäre Einrichtungen der Pflege


Fachkräftebedarf in der Altenpflege

Inhalt:

1. Pflege: eine personalintensive Branche

2. Beschäftigtenzahlen in der Pflege im Saarland

3. Künftiger Personalbedarf

4. Auswirkungen auf die Altenpflegeausbildung

 

1. Pflege: eine personalintensive Branche

Die professionelle Pflege gehört zu den personalintensivsten Branchen. Zwischen 65% und 80% der Leistungsentgelte werden je nach Art der Leistungserbringung für Personalkosten aufgewendet. Die Pflegebranche gehört in den letzten Jahren zu den "Jobmotoren" in Deutschland. Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zur Folge, arbeiten rund 30% mehr Beschäftigte im Pflegesektor als Ende der 90er Jahre. Auch für die Zukunft sehen die Jobaussichten im Pflegesektor rosig aus - bis 2050 wird sich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Pflegebereich voraussichtlich auf bis zu 1,6 Mio. verdreifachen. Selbst bei einer jährlichen Produktivitätssteigerung von 0,5% - z. B. durch verbesserte Abläufe und modernes Management - könnte es in gut 40 Jahren 1,2 Mio. Pflegejobs geben.

 

2. Beschäftigtenzahlen in der Pflege im Saarland

Im Saarland waren nach der letzten Pflegestatistik 2015 (Zahlen aus 2013 sind in Klammer gesetzt)

  • 3.581 (3.355) Personen in ambulanten Diensten und
  • 10.016 (9.479) Personen in stationären Einrichten

beschäftigt. Die Beschäftigung erfolgt überwiegend in Teilzeitform. Im ambulanten Bereich waren 2015 25,40% (23,90%)  in Vollzeit beschäftigt, in stationären Einrichtungen 40,60% (39,70%).

Quelle: Pflegestatistiken für die Jahre 2013 (Deutschlandergebnisse, Ländervergleich Pflegebedürftige, Ländervergleich Ambulante Dienste und Ländervergleich Pflegeheime) und 2015 (Deutschlandergebnisse, Ländervergleich Pflegebedürftige, Ländervergleich Ambulante Dienste und Ländervergleich Pflegeheime) sowie die Saarländische Pflegestatistiken 2013 und 2015 finden Sie unter den entsprechenden Links.

 

3. Künftiger Personalbedarf

Eine eigene Berechnung der Saarländischen Pflegegesellschaft hat bereits früh einen Mehrbedarf im Jahr 2015  von 1.808 Vollzeitkräften gegenüber 2010 ergeben. Die Steigerung beruht auf der prognostizierten Entwicklung der Pflegebedürftigkeit, einem Mehrbedarf aufgrund struktureller Verbesserungen im stationären Bereich (Verbesserung des Personalschlüssels) und einer verstärkten Fluktuation aufgrund des hohen Altersdurchschnittes der Beschäftigten. Die Annahme eines notwendigen Anteils von Fachkräften von rd. 60% hat einen Mehrbedarf von 1.085 Fachkräfte 2015 gegenüber 2010 ergeben.

Für das Jahr 2020 wird ein Mehrbedarf gegenüber 2010 von 3.440 Beschäftigen und 2.064 Fachkräften veranschlagt.

 

4. Auswirkungen auf die Altenpflegeausbildung

Der Personalmehrbedarf bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Altenpflegeausbildung.

Aufgrund des drohenden Fachkräftemangels hat die Saarländische Pflegegesellschaft die Ausbildungsbetriebe zu einer verstärkten Ausbildung aufgerufen und zusammen mit dem Landesgesetzgeber bereits 2011 die Altenpflegeausbildungsumlage eingeführt. Mit dieser Umlage, bei der nicht mehr der einzelne Ausbildungsbetrieb mit den Ausbildungskosten belastet wird, sondern alle Pflegeeinrichtungen gleichmäßig, hat sich die Ausbildungsbereitschaft deutlich gesteigert, wie die Auszubildendenzahlen seit Einführung der Umlage zeigen.

 

SJ 2011/2012

SJ 2012/2013

SJ 2013/2014

SJ 2014/2015

SJ 2015/2016

SJ 2016/2017

SJ 2017/2018

Anzahl Auszubildende

741

995

1161

1282

1366

1393

1482

 

Stand: Juni 2018 Autor: Harald Kilian

 

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